Der WDR berichtet von der Wolfsaap

An einem schönen Flugtag im April kam Johannes Döbbelt vom Kinderradiokanal des WDR zu uns auf die Wolfsaap. Er interviewte unseren Flugschüler Camillo Hinz, nahm einen kompletten Schulungsflug auf und berichtete auch selbst von einem eigenen Gastflug. Herausgekommen ist ein tolles Tondokument unseres schönen Luftsports. Hier könnt Ihr die Berichte hören:

Interview mit Camillo

Bericht von einem Gastflug

Flugschüler Camillo Hinz vor unserem Startbus

Fluglager in Mühlacker – Die erste Woche, Tag 6

Der Untergang: Der Flugbetrieb startet verspätet, da zunächst noch Küchenaufräumarbeiten vorgenommen werden müssen. Die Motivation in Bezug auf Aufräumen und Putzen nimmt nun nach einer Woche Fluglager naturgemäß etwas ab. Ansonsten ist die Stimmung aber gut.

Wir starten weiterhin von Osten aus. Heute sind die bislang höchsten Temperaturen von bis zu 35° vorhergesagt (morgen soll es noch schlimmer werden). Der Flugbetrieb läuft gut an. Zunehmend gesellen sich jetzt auch wieder unsere Gastgeber mit ihren Flugzeugen hinzu. In BW haben die Ferien begonnen und auch die Hangensteiner halten nun ein Fluglager bei sich ab. Unsere eher gemütliche Art den Flugbetrieb durchzuführen und unsere Vorliebe, die Flugzeuge mit den Lepos zu bewegen, anstatt sie mit Muskelkraft zu schieben, sorgt bei unseren Gastgebern weiterhin für leichte Belustigung.

Starts und Landungen verlaufen reibungslos, einige längere Flüge sind möglich. Heute soll es einen weiteren Erststart auf einem Kunststoffeinsitzer geben. Dazu kommt es aber nicht, da sich am frühen Nachmittag wieder eine größere dunkle Wand dem Platz nähert. Lange wird überlegt, ob uns das Regengebiet erreicht. Im Wetterradar wird ein ovales, isoliertes und sehr großes Gewittergebiet angezeigt und in den höchsten Unwetterwarn- und Regenintensitätsstufen dargestellt. Die Düsseldorfer schauen auf die Hangensteiner, die Hangensteiner schauen in den Himmel. Ein Flugzeug nach dem anderen entschließt sich zu Landung. Noch vor dem offiziellen Abbruch des Flugbetriebs fangen die ersten vorsorglich mit dem Einhallen an. Als uns das Unwetter schon fast erreicht hat, fangen wir dann mit dem geordneten Rückzug an – und haben damit viel zu lange gewartet. Die ersten Flugzeuge rollen zur Halle als im Süden über den Hügeln die ersten Sturmböen und eine scharfe Regenkante zu sehen sind. Es werden bis zum Einsetzen des Unwetters tatsächlich noch zwei Flugzeuge in wenigen Minuten in Sicherheit gebracht.

Zunächst sind die Ereignisse mit denen am Vortag vergleichbar. Starkregen, Sturmböen. Einige der Kameraden hielten wieder mutig draussen aus und die Flugzeuge fest. Bis der Hagel einsetzte. Angefangen mit Hagelkörnern in Erbsengröße, wuchsen diese innerhalb von einer Minute auf etwa Golfballgröße an. Ein Verbleib im Freien war nun nicht mehr möglich, aber zum Schutz der Flugzeuge eigentlich nötig. Trotz der Gefahr setzten einige Mitglieder beider Vereine die Bemühungen fort, die Flugzeuge in Sicherheit zu bringen oder wenigstens festzuhalten. Die Hagelkörner verursachten schmerzhafte Einschläge auf Rücken, Armen und Kopf. Mehr und mehr Leute retteten sich dann doch in das Vereinsheim, einige sogar mit leichten Platzwunden durch die Hagelkörner.

Dann stand plötzlich, wahrscheinlich durch den Wind aufgerissen, die Haube des Janus offen. Minutenlang musste mit angesehen werden, wie der Hagel in das Cockpit prasselte. Die Körner waren so groß geworden, dass sich niemand traute, zum nur 30 Meter entfernten Flugzeug zu laufen und dabei gesteinigt zu werden. Erst kurz vor Ende konnte die Haube, mit Hilfe eines Hagelschutzes aus einem in der Unterkunft herumliegenden Läufer, geschlossen werden. Da hatte sich aber schon eine etwa 10cm dicke Schicht aus Hagel abgesetzt.

Nach etwa 10 Minuten ist der Spuk vorbei, es setzt auch kein weiterer Regen ein und wir beginnen mit der Inspektion der Schäden und dem Ausschaufeln des Janus. Die Beschädigung der Zelte fällt sehr unterschiedlich aus. Einer der Flugzeughänger sieht im vorderen Bereich aus wie ein Sieb. Zwei Flugzeuge und alle Autos weisen, zumindest bei streifendem Blickwickel sichtbare, flache Dellen auf. Die Haube eines Hangensteiner Motorfliegers ist beschädigt. Viele Mitglieder, die teilweise ohne T-Shirt draussen gewesen waren, haben dutzende von roten Flecken und Beulen davon getragen. Der gesamte Platz ist weiss, an der Luvseite von Autos, Zelten und Hängern haben sich Hagelhaufen gebildet. Beim Ausheben des Eises aus dem Janus bekommen wir bei 25° Aussentemperatur taube Finger von der Kälte.

Unser Zeltlager danach ...

Kurz wird angedacht das Fluglager ganz zu beenden. So etwas hatte noch niemand von uns erlebt. Nach längerer Diskussion aller Verantwortlichen und Vereinsmitglieder wird aber der Entschluss getroffen hier zu bleiben, da es keine strukturellen Schäden zu geben scheint. An einen Flugbetrieb ist an diesem Tag natürlich nicht mehr zu denken.

chris

Fluglager in Mühlacker – Die erste Woche, Tag 5

Der Monsun: Der vergangene Tag hat gut zur Erholung aller Beteiligten beigetragen und der Flugbetrieb startet kurz nach 10. Die Stimmung ist gut, mit den Rahmenbedingungen am Platz und der Gastfreundschaft der Einheimischen kann man sehr zufrieden sein, sieht man einmal von den astronomischen Getränkepreisen der gestellten, aber immerhin gekühlten, Getränke ab.

Die thermischen Gegebenheiten entwickeln sich im Laufe des Tages gut, es kommt zu vielen längeren Flügen und zu einem ersten Alleinflug auf einem Kunststoffeinsitzer. Zu A-Prüfungen oder anderen erwähnenswerten Leistungen kam es aber bislang nicht.

Die Temperaturen von 33° (im Tower bzw. Starthäuschen gemessene 35°) führen zu regem Betrieb auf den Bänken unter den (zwei) Bäumen vor dem Vereinsheim, in dessen innerem zwar keine Sonnenstrahlung, dafür aber noch höhere Temperaturen herrschen.

Während in den letzten Tagen immer wieder größere Unwetter am Platz vorbei gezogen waren, was nach Auskunft unserer Gastgeber auch die Regel ist, ist unser diesbezügliches Glück dann am Nachmittag vorbei. Auch diesmal spekulieren wir auf den Vorbeizug des Regens. Viele Piloten landen aber vorsorglich dennoch, als sich eine größere, dunkle Wand von Süden her nähert. Als wir merken, dass es uns diesmal erwischt, ist es schon zu spät. Noch während des Transports der Flugzeuge zur Halle, die nur wenige Meter vom Vereinsheim entfernt gelegen ist, fängt es an zu regnen. Schon das erste Flugzeug wird vor Erreichen der Halle ziemlich nass. Bei den weiteren geht der Nässegrad dann in die Sättigung. Dasselbe gilt für fast alle Beteiligten. Erst regnet es stark, dann noch stärker. Als man dann davon ausgehen konnte, dass das Unwetter inklusive heftiger Sturmböen nun das Maximum erreicht haben muss, wurde es noch schlimmer. Viele der Kameraden, aus Düsseldorf und Mühlacker, hielt dies aber nicht davon ab, weithin todesmutig die Flächen der verbleibenden Flugzeuge (und sich) festzuhalten und weiter einzuhallen. Überall war Wasser, alles war nass. Haare, Hosen, Schuhe und auch die schon trockenen Flugzeuge in der Halle wurden durch den Wind wieder nass. Als letztes erschien die ASK21 vor der Halle, wobei man sie erst in etwa 15 Meter Entfernung, zunächst als Schemen, wie in einem düsteren Hollywood Film, dann als Ganzes, besetzt mit mehreren verzerrt dreinblickenden Vereinskollegen, sehen konnte. Es muss natürlich nicht erwähnt werden, dass das Unwetter in dem Moment aufhörte, als alle Flugzeuge in der Halle waren und man jeden von uns hätte auswringen können.

Zum Glück ist aber weiterhin nichts zu Schaden gekommen und dank der, jetzt angenehmen, Temperaturen von 25° kann die Aktion als abenteuerliche Dusche verbucht werden. Den Wet-T-Shirt Contest gewinnen übrigens die Düsseldorfer Vereinsfrauen mit deutlichem Vorsprung.

Ein neuerlicher Flugbetrieb wird nur mit der ASK21 durchgeführt. Am Abend gibt es Spätzle mit Champignonsauce und das Open-Air Heimkino spielt die Rocker Komödie „Männertrip“ (Kann es sein, dass wir nur Komödien schauen?).

chris